Der Sohlen'scher Hof in Nastätten

Neue Medien in alten Mauern

Das Team von Lindner & Steffen arbeitet im Sohlern’schen Hof zu Nastätten. Die Ursprünge des Hofes gehen bis ins Jahr 1494 zurück. In seiner jetzigen Form wurde er 1692 erbaut und war eines der bedeutendsten barocken Landgüter im heutigen Rhein-Lahn-Kreis. Das aufwändig restaurierte und denkmalgeschützte Gebäude bietet uns seit 1999 ein stilvolles Ambiente und sorgt für eine angenehme, kreative Arbeitsatmosphäre.

Ein kurzer historischer Überblick

Der Ursprung des Sohlern’schen Hofes liegt mehr als 500 Jahre zurück. Das belegen dendrochronologische Untersuchungen aus 1984, die das Fachwerkholz auf 1494 datieren. 1536 verpachtete die Priorin des 1222 gegründeten Zisterzienserinnen-Klosters Affolterbach den als Klostergut geführten Hof an Adam von Chirdorff. 1544 wurde der Hof nach der Auflösung des Klosters Affolterbach an das Benediktinerinnenkloster Walsdorf bei Idstein übergeben.

1578 bewirtschaftete der Junker Reinhard von Klingelbach das als Klingelbach’scher Hof bekannte Anwesen. Von Klingelbach war wiederholt Schultheiß von Nastätten und wurde 1590 in der Kirche Sankt Salvator bestattet. 1592 erfolgte ein größerer Umbau des Hofes. 1610 erwarben die Edlen von Klingelbach für 1.950 Gulden sämtliche Güter des ehemaligen Affolterbacher Klosters in Nastätten und Buch von den Benediktinerinnen. Den Hof übernahmen die Herren von Stein und Riedesel. Nach dem Dreißigjährigen Krieg 1648 fiel das Anwesen an den Landgrafen Ernst von Hessen-Rheinfels-Rotenburg.

1690 erwarb Anton von Sohlern (*1633) für 3.500 Reichstaler den Hof. Er stand als oberster Verwalter (Kanzler), Hofgerichtsdirektor und Diplomat im Dienste des Kurfürsten von Trier. 1692 wurde der Sohlern’sche Hof im Barockstil aus- und umgebaut. Über dem Eingangsportal ist das Wappen derer von Sohlern zu sehen. Parallelen zum zur gleichen Zeit durch den kurfürstlichen Hofarchitekten Johann Christoph Sebastiani erbauten Jagdschloss Montabaur sind unverkennbar. Der Sohlern’sche Hof überragte mit einem Grundriss von 30 x 11 m und einer Höhe von 19 m alle anderen Häuser in Nastätten. Das Herrenhaus mit Scheunen, Stallungen, Remisen und Hofhaus war von großzügigen Park- und Gartenanlagen umgeben. Davon erhalten ist noch die große, über 300 Jahre alte Linde, die heute unter Naturschutz steht. Während der Befreiungskriege 1813 - 14 diente der Sohlern’sche Hof als Lazarett.

1840 verkaufte die Familie von Sohlern den Hof für 4.200 Taler. Teile des Grundstücks wurden abgetrennt und unter anderem als Bauplätze verwendet. 1897 übernahm der damalige Kreis St. Goarshausen den Sohlern’schen Hof und richtete darin ein Altenheim für bedürftige Mitbürger ein. Die Einrichtung erhielt den Namen Kaiser-Wilhelm-Heim.

1920 kaufte das Diakonissen-Mutterhaus-Paulinenstiftung das Kaiser-Wilhelm-Heim für 325.000 Mark, um dort „wohltätige Anstalten“ für Kranken- und Altenpflege zu betreiben. Nach 1945 waren neue Gebäude für den Betrieb des Krankenhauses gebaut worden und der Sohlern’sche Hof wurde 1967 geräumt. Nachdem das Gebäude zusehends verfiel, beantragte die Paulinenstiftung schließlich die Abbruchgenehmigung.

Durch private und öffentliche Aufmerksamkeit wurde der Abbruch jedoch im letzten Augenblick verhindert, der Sohlern’sche Hof 1980 unter Denkmalschutz gestellt und 1983 schließlich verkauft. Danach begann eine Phase wechselhafter Sanierungstätigkeit, die letztendlich erst 1992 – zum 300jährigen Jubiläum des Hauses – unter den neuen Eigentümern in einer umfassenden und aufwändigen Restaurierung der historischen Bausubstanz mündete.
Postkarten des Sohlen'schen Hofs